Die Analyse von Satellitenaufnahmen zeigt, dass die sommerliche Meereis-Bedeckung der Arktis in diesem Jahr den bisherigen Tiefstwert aus dem Jahr 2007 erreichen wird. Vor vier Jahren war die Ausdehnung des Meereises auf eine Fläche von 4.3 Mio. Quadratkilometer geschrumpft. Die Eisdecke ist derzeit an den Rändern so stark aufgebrochen, dass die Sonneneinstrahlung die oberste Wasserschicht erwärmen kann und die Eisschollen zum schmelzen bringt.
Zwei Faktoren scheinen für den diesjährigen Minusrekord ausschlaggend zu sein. Erstens die Dicke des Meereises. Noch im Jahr 2001 hatte die Meereisdicke durchschnittlich zwei Meter betragen. Messungen des Forschungsschiffs “Polarstern” ergeben einen Durchschnittswert von nur noch 90 cm. Zweitens gibt es einen steten Transport von Meereis in die eisfreien Regionen des Nordpolarmeeres. Dort sind die Wassertemperaturen hoch und Eisschollen, die dorthin driften, schmelzen rasch.

(Quelle: Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven).

Der Leitsatz “global denken – lokal handeln” besitzt nach wie vor und mehr denn je seine Gültigkeit. Im Zusammenhang mit dem Klimaschutz ist er eine gute Grundlage, wie wir uns idealerweise verhalten sollten.
Das oft gehörte Argument, die Schweiz sei viel zu klein, um einen namhaften Beitrag für den Klimaschutz leisten zu können, ist nicht korrekt. Denn erstens gibt es noch viele andere Länder, die sich bei den CO2-Emissionen in der Grössenordnung der Schweiz bewegen. Wenn die alle finden, es sei nicht notwendig, sich für den Klimaschutz zu engagieren, wird es nie einen Fortschritt geben. Zweitens muss man aufpassen, über welche Zahlen man tatsächlich spricht. Zwar fallen die Emissionen der Schweiz absolut gesehen im Vergleich mit den grossen Industrienationen tatsächlich nicht so sehr ins Gewicht. Wir dürfen aber nicht vergessen, zu den im Inland getätigten Emissionen diejenigen zu addieren, die bei der Produktion von Gütern aller Art im Ausland entstehen und die wir anschliessend importieren. Bei den Produzentenländern müsste man die entsprechenden Werte hingegen subtrahieren. Dann sieht die Bilanz etwas anders aus. Leider hat in dieser Angelegenheit wohl niemand die volle Transparenz.

“Global denken – lokal handeln” stimmt aber auch deshalb, weil unser Land als Denk-, Werk- und Finanzplatz technologische Lösungen entwickeln kann, deren Wirkungen nicht auf die Schweiz beschränkt bleiben. Vielmehr entfalten solche Entwicklungen eine weltweite Wirkung und tragen dadurch ebenfalls zu einer Lösung der Klimakrise bei. Innovation entfaltet in diesem Sinne eine Hebelwirkung, die nicht auf unser Land beschränkt bleibt. Dass darin grosse Marktchancen liegen, ist alles andere als eine neue Erkenntnis. Nicht umsonst ist unser Land die Wiege einiger bedeutsamer Weltkonzerne. Für den wirtschaftlichen Erfolg braucht es eine enge Vernetzung von Forschung, Industrie und Kapital. Neben den menschlichen Tugenden, die ein Unternehmer mitbringen sollte. Zusammen mit einem stabilen politischen System und einer Gesetzgebung, die eigenverantwortliches und unternehmerisches Handeln ermöglicht. Wenn die Nachfrage nach umweltfreundlicher Technologie weiter steigt, hat der Anbieter solcher Lösungen gute Chancen auf dem Markt und neue Arbeitsplätze können entstehen.

Drittens schliesslich appelliert die Maxime an die Eigenverantwortung jeder Bürgerin und jeden Bürgers, was sympathisch ist. Wir alle können doch einen kleinen Beitrag leisten, der sich in der Gesamtheit zu einem etwas grösseren Beitrag summiert. Wenn das alle Bürger in allen Ländern so handhaben würden, könnten wir Zeit und Geld sparen und würden erst noch mehr erreichen. Wenn alle von sich aus aus der Einsicht in die längerfristig unabwendbare Notwendigkeit handeln, kommt auch der Staat und mit ihm die Politik unter einen stärkeren Zugzwang und der Prozess beschleunigt sich.

Das Jahr 2010 ist das internationale Jahr der Biodiversität. Nutzen wir diese Gelegenheit, um gemeinsam für den Urwaldschutz aktiv zu werden!

Urwälder sind die Lebensgrundlage des blauen Planeten Erde. Sie existieren seit Millionen von Jahren und sind die Heimat für Millionen indigener Menschen sowie für schätzungsweise zwei Drittel aller an Land lebender Pflanzen und Tiere. Für die Evolution wie für die Erhaltung des Lebens sind die Urwälder von zentraler Bedeutung: Sie reinigen Luft und Wasser und verhindern Bodenerosion. Sie sind Lebensraum, Nahrungsmittelproduzenten, Klima- und Staubfilteranlagen, Sauerstofffabriken, Wolken- und Regenmacher zugleich. Das Wasser, das aus den Regenwäldern im Amazonasbecken in den Atlantik fliesst, umfasst beispielsweise 15 bis 20 Prozent des weltweiten Süsswasserabflusses.

Erschreckend das Ausmass, mit dem die Zerstörung der Urwälder voran schreitet. Nur noch ein Fünftel der ursprünglichen Fläche ist heute mit grossen, intakten Urwäldern bewachsen. Auch diese sind massiv durch Abholzung bedroht. Der weltweit wachsende Konsum und die steigende Nachfrage nach Rohstoffen zeitigen fatale Folgen für den Urwald. Jedes Jahr wird weltweit die drei- bis vierfache Fläche der Schweiz abgeholzt oder verbrannt – jährlich rund 120′000 bis 150′000 Quadratkilometer Wald. Holzbedarf, Ackerbau und Weideland fordern ihren Tribut.

Die Zerstörung der Urwälder bedroht nicht nur das Überleben unzähliger Pflanzen- und Tierarten, sondern beschleunigt auch den Klimawandel. Bei der Brandrodung gelangt gespeicherter Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid CO2 in die Atmosphäre, die Speicherfunktion des Waldes geht verloren. Allein durch die Vernichtung tropischer Wälder gelangen jedes Jahr rund 1.5 Milliarden Tonnen CO2 zusätzlich in die Atmosphäre. Das entspricht einem Viertel bis einem Fünftel der jährlich durch menschliche Aktivitäten freigesetzten Treibhausgase. Das heisst: Ein Viertel bis ein Fünftel des Klimawandels wird durch die Zerstörung des Regenwalds ausgelöst!

Mit unserem täglichen Konsumverhalten beeinflussen wir alle das, was in diesem Moment im Urwald geschieht. In der Schweiz ist die Waldfläche geschützt, aber auch in unserem Land steigt die Nachfrage nach Palmöl, das als Rohstoff für Nahrungs- und Waschmittel, Kosmetika und sogenannte “Biotreibstoffe” dient, stark an. In den letzten zehn Jahren hat sich der inländische Konsum auf 60′000 Tonnen verdreifacht und erreicht einen neuen Rekordwert. Zur Produktion dieser Menge wird eine Regenwaldfläche von etwa 160 Quadratkilometer benötigt.
Jährlich importiert die Schweiz zudem 250′000 Tonnen Sojabohnen als Futtermittel für die Landwirtschaft, hauptsächlich für die industrielle Fleischproduktion. Es ist entscheidend, ob diese Sojabohnen im Ausland biodiversitätsverträglich produziert werden, oder ob dadurch bedrohte Lebensräume, etwa in Brasilien oder Argentinien, zerstört werden.

Beim Schutz der Urwälder liegt ein Schlüssel zur Zukunft der Menschheit. Urwaldschutz ist Arten- und Klimaschutz! Die kritische globale Erwärmung von über 2 Grad Celsius kann nicht allein damit verhindert werden, indem fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Dafür stammt ein zu grosser Anteil der CO2-Emissionen aus den Rodungen des Regenwaldes.

admin

Wahlkampf: Kalte Finger

Der Schnee und die winterliche Kälte: Beide kamen sie rechtzeitig zum Beginn der Wahlkampf-Standaktionen. An diesem Samstagmorgen herrschen frostige Minusgrade, eine ausreichend warme Kleidung ist somit unerlässlich. Zwei Sockenpaare und Wanderschuhe als Isolation gegen Kälte und Nässe von unten, warme Hosen und insgesamt vier Kleiderschichten in der Mitte sowie eine Mütze als Kopfschutz bilden meine Grundausrüstung zur Kälteabwehr. Finger und Nase bleiben exponiert – weiter einhüllen geht nicht, es wäre dem Austausch mit der potentiellen Wählerschaft nicht förderlich. Handschuhe gehören zwar zwingend zur Grundausrüstung, aber Prospekte sortieren und und verteilen ohne das erforderliche Fingerspitzengefühl? Das geht nicht. Wer sich sorgfältig vorbereitet, das ein Tipp, sortiert seine Flugblätter zuhause an der Wärme. So verschwinden meine Hände zwischendurch in den weit wärmeren Hosentaschen.
Zweite kritische Stelle ist die Nase. Die wird zwar rege durchblutet, aber gleichzeitig von der kalten Atemluft durchströmt, weshalb sie gelegentlich und öfter als normal tropft. Ausreichend Taschentücher mitzubringen, ist deshalb eine Notwendigkeit. Solche aus Recycling-Papier sind im Sinne der Nachhaltigkeit zu bevorzugen. Verschiedene Sorten von Papiertaschentüchern sollte man einmal diesem Härtetest unterziehen. Wer weiss, vielleicht liesse sich daraus gar ein neuartiges Testverfahren entwickeln und vermarkten? “Im Wahlkampf bewährt” wäre dann das Prädikat auf der Verpackung. In aller Regel kann man die Papiertüchlein zwei oder dreimal gebrauchen, denn es geht lediglich darum, Kondenswasser aufzufangen, wofür in erster Linie die Saugkraft gross genug sein muss. Und die ist nicht bei allen Papiersorten gleichermassen ausgeprägt: Technisch-physikalische Aspekte des Wahlkampfs auf den winterlich-kalten Strassen und Plätzen Zürichs.
An diesem Morgen läuft es trotz grosser Kälte recht gut. Ein Stadtrat sorgt mit viel Charisma für gute Stimmung. Glücklich, wer einem Stadtrat die Hand schütteln und ein paar Worte austauschen kann. Negative Äusserungen sind nicht zu vernehmen. Die Grundstimmung ist stets positiv, die Kälte auf der Strasse wirkt offenbar solidarisierend! Und spätestens bei der Kaffeepause im Restaurant wird klar: Die Aktion ist ein Erfolg. Meine von der Kälte geröteten Finger aber sind ausgesprochen dankbar für die Tasse heissen Kaffees.

admin

Der Stern von Bethlehem

Wenn am Abend des 24. Dezembers die Tür zu meinem Hottinger Büro ins Schloss fällt, ist Besserung in Sicht. Die vorweihnächtliche Hektik findet ihr Ende und ich freue mich schon auf den Besuch der Mitternachtsmesse in der Augustiner-Kirche. Nach der Arbeit im Büro braucht es aber noch etwas wohltuende Dynamik. Für den Weg zur Kirche habe ich mir deshalb eine kleine Premiere überlegt: Mit meinem neu erstandenen Secondhand-Gefährt, einem hübschen Trotinett, möchte ich die um diese Zeit wohltuend von Fussgängern entleerte Bahnhofstrasse entlang sausen, angetrieben von der eigenen Muskelkraft.
Stunden später ist es dann soweit, ich geniesse diese Fahrt auf einer der teuersten und wahrscheinlich auch schönsten Einkaufsstrassen der Welt hinunter bis vor die Augustiner-Kirche. Kaum zu glauben, dass dieses teure Pflaster vor vielleicht etwa 150 Jahren nicht mehr als ein trister Graben vor den Stadtmauern war. Ich stelle mir vor, mit wilden Gewächsen, vielen Pfützen und Tümpeln, in denen in lauen Sommernächten Frösche ihr Lied quakten. Und dort, wo vor Jahrhunderten einst Metall zu Münzen geprägt wurde, ruht jetzt mein Gefährt für eine kurze Weile.
Die Fassade über dem Eingang zu Kirche erstrahlt in einem weihnächtlich-festlichen Sternenmuster, einem Projektionsbild. Was für ein Kontrast zur kühl und nicht sehr festlich wirkenden, silberfarbenen Weihnachtsbeleuchtung entlang der Bahnhofstrasse! Dann diese Feier einer Geburt in dunkler Nacht und grosser Armut. Unabhängig von der religiösen Symbolik empfinde ich sie als Einladung, einen Moment innezuhalten und den Blick auf elementare Fragen des eigenen Lebens oder allgemeiner, des menschlichen Daseins, zu lenken. Die Zeit der Wintersonnenwende, zwischen den letzten Tagen des alten und den ersten Tagen des neuen Jahres, eignet sich doch ausgezeichnet für eine Standortbestimmung.
In der Tat und mehr denn je bräuchten wir das Licht eines Sterns von Bethlehem. Eines Sterns, der uns auf den rechten wie gerechten Weg in die Zukunft führt, dessen Licht uns stets begleitet. Und der uns in der Einsicht bestärkt, dass unser Tun für das Gemeinwohl positive Kräfte weckt und wir unsere Verantwortung gegenüber der Mitwelt wie der Nachwelt durch unser Handeln tatsächlich wahrnehmen können. Nach der holprigen Klimakonferenz in Kopenhagen, dünkt mich, ist dies geradezu eine Notwendigkeit. Dieses helle Sternenlicht wünsche ich uns allen zum Jahreswechsel und für das anbrechende, neue Jahrzehnt!

Die Erwartungen an die Klimakonferenz in Kopenhagen waren hoch gesteckt – zu hoch vielleicht in Anbetracht der enormen Komplexität des Themas, der unterschiedlichen Interessenlagen einzelner Länder und des Muskelspiels der Weltmächte USA und China. Zu hoch aber auch in Anbetracht der zur Verfügung stehenden Zeit.
Immerhin 130 Staats- und Regierungschefs haben an der Konferenz teilgenommen: Die globale Bedeutung des Klimawandels wird anerkannt. Zusammenfassend meinte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, es sei zwar nicht das erwartete Abkommen erzielt worden, aber es sei ein wichtiger Schritt dorthin. Rajendra Pachauri, Vorsitzender des Weltklimarates IPCC, kritisierte hingegen, dass erneut kostbare Zeit verspielt worden sei. Der deutsche Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber sprach von einem “tragischen Erfolg der Wissenschaft”. Als Erfolg zu werten ist die Tatsache, dass die Weltgemeinschaft erstmals akzeptiert hat, dass die kritische Erwärmung der globalen Durchschnittstemperatur um 2 Grad Celsius das Ökosystem Erde aus dem Gleichgewicht bringen könnte. Die Tragik hingegen ist darin zu sehen, dass Industriestaaten wie Schwellenländer nicht oder noch nicht bereit sind, ein verbindliches Reduktionsziel für die Treibhausgase festzulegen. Das könnte sich dereinst als historisches Versagen herausstellen – die Zeit drängt tatsächlich. 

Vielleicht aber kann die Enttäuschung vieler Menschen ob des Resultats der Kopenhagener Konferenz auch heilsame Kräfte entfalten. Die verantwortlichen Entscheidungsträger wissen, dass die verbliebenen Probleme so oder so angepackt werden müssen. Auch bleibt der Druck von Umweltorganisationen sowie aus der Bevölkerung hoch. Die Chance zu einer Nachbesserung kommt schon bald: Ende Mai 2010 findet in Berlin eine Vorbereitungskonferenz für die kommende Klimakonferenz in Mexiko-City statt.

Das Schweizer Fernsehen hat die Sendung “Arena” vom 13. Juni 2008 dem Thema der Preisexplosion bei Benzin und Öl gewidmet. Als nahmhafte Politikerinnen und Politiker stiegen in die Runde: Verena Diener (Ständerätin, GLP), Rolf Büttiker (Ständerat, FDP), Ulrich Giezendanner (Nationalrat, SVP) und Rudolf Rechsteiner (Nationalrat, SP).

Ein gutes Thema für eine kontroverse Diskussion, würde man meinen. Und auch ein gutes Podium für die Vertreterin der Grünliberalen Partei und allenfalls der SP oder FDP, wieder einmal auf den Zusammenhang zwischen dem Konsum an fossilen Brenn- und Treibstoffen und dem Klimawandel hinzuweisen, Stichwort CO2-Gehalt der Atmosphäre. Ärgerlich: Während der ganzen Sendezeit wurden die Themen CO2 und Klimawandel nicht einmal am Rand erwähnt!

Wenn man weg will oder muss von den fossilen Energieträgern Öl und Gas, die in der Schweizerischen Energieversorgung immerhin einen Prozentsatz von ca. 70 % ausmachen und somit Ausdruck einer gigantischen Abhängigkeit sind, muss man dem Zuschauer verdeutlichen, weshalb dies längerfristig unabdingbar ist. Es reicht nicht, lediglich die Vorzüge erneuerbarer Energieträger anzupreisen und auf den tatsächlich stattfindenden Wachstumsschub bei der Wind- und Sonnenenergie hinzuweisen. Den Experten in Sachen Klimawandel und Energieversorgung mag die Thematik in der Tat schon längere Zeit geläufig sein. Gleiches lässt sich vom durchschnittlich gebildeten Fernsehzuschauer wohl nicht behaupten. Für das elementare Verständnis der Zusammenhänge und auch für die politische Motivation sind die Bindeglieder CO2 und Klimawandel unerlässlich. Hier wurde wohl eine Chance vertan! Sich lediglich über höhere Preise zu ärgern oder besorgt zu zeigen, trägt weder zum Verständnis der Situation noch zur Problemlösung bei.

Und so kam es, wie es kommen musste. Vertreter der SVP vermochten mit wenigen Schlagworten das Thema zu besetzen, ein Kleinunternehmer von SVP Gnaden durfte ungeniert und unwidersprochen gegen die staatliche Förderung der Solarenergie Stellung beziehen. Und in der Tat muss man sich beim gegenwärtigen Preisniveau des Erdöls fragen, ob und wieviel eine staatliche Förderung zum Umstieg noch beitragen kann.  Transportunternehmer Giezendanner schliesslich durfte wieder einmal über die hohen Kosten für den Treibstoff klagen. Als ob man mit Klagen Probleme lösen könnte. Der FDP-Vertreter wirkte in der Runde etwas unglücklich, sagte zwar viel, aber wenig konkretes – immerhin wurde der Gebäudebereich erwähnt, wo es ein sehr grosses Potential für Einsparungen gibt. Und offensichtlich hatte Herr Büttiker bemerkt, dass es so etwas wie Wärmepumpen gibt, seit er sich selber eine in sein Haus einbauen liess. Ein Autodidakt – es geht also doch!

Ein Lichtblick in der Sendung waren immerhin die Aussagen von Daniele Ganser zum Thema “Peak Oil”. Auch das ist natürlich alles andere als eine neue Erkenntnis, aber die Aussage, dass die Erdölförderung in den USA bereits seit 1970 rückläufig ist, dürfte doch nicht allen geläufig gewesen sein. Verdeutlicht wurde die aktuelle Situation auf dem Weltmarkt, wo eine potentiell sinkende Produktion einer stark wachsenden Nachfrage aus Ländern wie Indien und China gegenübersteht. Der Preis für das schwarze Gold kann praktisch beliebig hoch steigen, denn es ist eine erschöpfliche Ressource! Und das ist auch gut so, aber umsteigen sollte man, bevor wir die letzten Reserven in der Form von CO2 in die Atmosphäre gepumpt haben. Analoges gilt natürlich auch für die Kohle und Kohlekraftwerke oder Gaskraftwerke.

So ist der Preisanstieg, den wir gegenwärtig erleben, beides: Ein Fingerzeig und eine Chance, die wir nutzen sollten zum vermehrten Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Und zwar jetzt und nicht erst morgen.

Simon Kälin für e-kiosk.ch – nachhaltig leben.