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Wahlkampf: Kalte Finger

Der Schnee und die winterliche Kälte: Beide kamen sie rechtzeitig zum Beginn der Wahlkampf-Standaktionen. An diesem Samstagmorgen herrschen frostige Minusgrade, eine ausreichend warme Kleidung ist somit unerlässlich. Zwei Sockenpaare und Wanderschuhe als Isolation gegen Kälte und Nässe von unten, warme Hosen und insgesamt vier Kleiderschichten in der Mitte sowie eine Mütze als Kopfschutz bilden meine Grundausrüstung zur Kälteabwehr. Finger und Nase bleiben exponiert – weiter einhüllen geht nicht, es wäre dem Austausch mit der potentiellen Wählerschaft nicht förderlich. Handschuhe gehören zwar zwingend zur Grundausrüstung, aber Prospekte sortieren und und verteilen ohne das erforderliche Fingerspitzengefühl? Das geht nicht. Wer sich sorgfältig vorbereitet, das ein Tipp, sortiert seine Flugblätter zuhause an der Wärme. So verschwinden meine Hände zwischendurch in den weit wärmeren Hosentaschen.
Zweite kritische Stelle ist die Nase. Die wird zwar rege durchblutet, aber gleichzeitig von der kalten Atemluft durchströmt, weshalb sie gelegentlich und öfter als normal tropft. Ausreichend Taschentücher mitzubringen, ist deshalb eine Notwendigkeit. Solche aus Recycling-Papier sind im Sinne der Nachhaltigkeit zu bevorzugen. Verschiedene Sorten von Papiertaschentüchern sollte man einmal diesem Härtetest unterziehen. Wer weiss, vielleicht liesse sich daraus gar ein neuartiges Testverfahren entwickeln und vermarkten? “Im Wahlkampf bewährt” wäre dann das Prädikat auf der Verpackung. In aller Regel kann man die Papiertüchlein zwei oder dreimal gebrauchen, denn es geht lediglich darum, Kondenswasser aufzufangen, wofür in erster Linie die Saugkraft gross genug sein muss. Und die ist nicht bei allen Papiersorten gleichermassen ausgeprägt: Technisch-physikalische Aspekte des Wahlkampfs auf den winterlich-kalten Strassen und Plätzen Zürichs.
An diesem Morgen läuft es trotz grosser Kälte recht gut. Ein Stadtrat sorgt mit viel Charisma für gute Stimmung. Glücklich, wer einem Stadtrat die Hand schütteln und ein paar Worte austauschen kann. Negative Äusserungen sind nicht zu vernehmen. Die Grundstimmung ist stets positiv, die Kälte auf der Strasse wirkt offenbar solidarisierend! Und spätestens bei der Kaffeepause im Restaurant wird klar: Die Aktion ist ein Erfolg. Meine von der Kälte geröteten Finger aber sind ausgesprochen dankbar für die Tasse heissen Kaffees.