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Das Jahr 2010 ist das internationale Jahr der Biodiversität. Nutzen wir diese Gelegenheit, um gemeinsam für den Urwaldschutz aktiv zu werden!

Urwälder sind die Lebensgrundlage des blauen Planeten Erde. Sie existieren seit Millionen von Jahren und sind die Heimat für Millionen indigener Menschen sowie für schätzungsweise zwei Drittel aller an Land lebender Pflanzen und Tiere. Für die Evolution wie für die Erhaltung des Lebens sind die Urwälder von zentraler Bedeutung: Sie reinigen Luft und Wasser und verhindern Bodenerosion. Sie sind Lebensraum, Nahrungsmittelproduzenten, Klima- und Staubfilteranlagen, Sauerstofffabriken, Wolken- und Regenmacher zugleich. Das Wasser, das aus den Regenwäldern im Amazonasbecken in den Atlantik fliesst, umfasst beispielsweise 15 bis 20 Prozent des weltweiten Süsswasserabflusses.

Erschreckend das Ausmass, mit dem die Zerstörung der Urwälder voran schreitet. Nur noch ein Fünftel der ursprünglichen Fläche ist heute mit grossen, intakten Urwäldern bewachsen. Auch diese sind massiv durch Abholzung bedroht. Der weltweit wachsende Konsum und die steigende Nachfrage nach Rohstoffen zeitigen fatale Folgen für den Urwald. Jedes Jahr wird weltweit die drei- bis vierfache Fläche der Schweiz abgeholzt oder verbrannt – jährlich rund 120’000 bis 150’000 Quadratkilometer Wald. Holzbedarf, Ackerbau und Weideland fordern ihren Tribut.

Die Zerstörung der Urwälder bedroht nicht nur das Überleben unzähliger Pflanzen- und Tierarten, sondern beschleunigt auch den Klimawandel. Bei der Brandrodung gelangt gespeicherter Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid CO2 in die Atmosphäre, die Speicherfunktion des Waldes geht verloren. Allein durch die Vernichtung tropischer Wälder gelangen jedes Jahr rund 1.5 Milliarden Tonnen CO2 zusätzlich in die Atmosphäre. Das entspricht einem Viertel bis einem Fünftel der jährlich durch menschliche Aktivitäten freigesetzten Treibhausgase. Das heisst: Ein Viertel bis ein Fünftel des Klimawandels wird durch die Zerstörung des Regenwalds ausgelöst!

Mit unserem täglichen Konsumverhalten beeinflussen wir alle das, was in diesem Moment im Urwald geschieht. In der Schweiz ist die Waldfläche geschützt, aber auch in unserem Land steigt die Nachfrage nach Palmöl, das als Rohstoff für Nahrungs- und Waschmittel, Kosmetika und sogenannte “Biotreibstoffe” dient, stark an. In den letzten zehn Jahren hat sich der inländische Konsum auf 60’000 Tonnen verdreifacht und erreicht einen neuen Rekordwert. Zur Produktion dieser Menge wird eine Regenwaldfläche von etwa 160 Quadratkilometer benötigt.
Jährlich importiert die Schweiz zudem 250’000 Tonnen Sojabohnen als Futtermittel für die Landwirtschaft, hauptsächlich für die industrielle Fleischproduktion. Es ist entscheidend, ob diese Sojabohnen im Ausland biodiversitätsverträglich produziert werden, oder ob dadurch bedrohte Lebensräume, etwa in Brasilien oder Argentinien, zerstört werden.

Beim Schutz der Urwälder liegt ein Schlüssel zur Zukunft der Menschheit. Urwaldschutz ist Arten- und Klimaschutz! Die kritische globale Erwärmung von über 2 Grad Celsius kann nicht allein damit verhindert werden, indem fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Dafür stammt ein zu grosser Anteil der CO2-Emissionen aus den Rodungen des Regenwaldes.